| Die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr mit ihrer Kulturvorhauptstadt Dortmund taumelt berauscht und glückselig ihrem Ende entgegen. Und immer noch staunt nicht nur Europa, sondern sogar die Welt über das spektakuläre Ereignis, das die Eingeborenen für sie veranstalten. Selbst in so weltfremden Regionen wie etwa in der Weltstadt Köln ist nun fast allen Menschen bekannt, dass das Ruhrgebiet ein ganz in der Nähe von Köln gelegenes, von humanoiden Aufrechtsäugern bewohntes Areal ist, und dass es sich bei der Ruhr um ein Fließgewässer handelt – und nicht etwa um eine bakterielle Durchfallkrankheit wie den Rhein.
Fritz Eckenga wird im Kulturhauptstadt-Herbst 2010 der interessierten Welt noch dreimal die Möglichkeit bieten, sich über die allerletzten Geheimnisse der hiesigen Dorfgemeinschaft zu informieren. Assistieren werden ihm dabei befreundete Künstler aus kulturell andersartig entwickelten Randgebieten der Rebublik, aus Hamburg, aus Castrop-Rauxel und sensationeller Weise sogar aus – jawohl – aus Köln!
Sonntag, 26. September 2010: Stefan Reusch
Stefan Reusch war vor der Niederkunft seiner Mutter selbst im engeren Familienkreis kaum bekannt. Daran hat sich bis zum heutigen Tage nicht viel geändert, aber wenig. Immerhin, Kindergeld und schulische Leistungen wurden schon bald als nicht mehr ausreichend eingestuft, so dass der Rest schnell geschrieben ist: Reusch verließ das heimatliche Limburg und kam auf studentisch verschlungenen Pfaden via Erlangen und Frankfurt als Redakteur zunächst zum SWF nach Baden-Baden, seit 1989 lebt er frei in Köln. Und hier sitzt er nun meistens, schreibt an und für sich - ab und zu auch für andere, belästigt allerorten Kabarettbesucher, veröffentlicht Bücher und CDs. WDR5-Hörer haben seine angenehme Stimme häufig im Ohr. Wenn die Welt sich nicht mehr allein retten kann, zieht Reusch sich in einer Telefonzelle seinen Superman-Strampler an und sorgt für Ordnung. Dass Stefan Anhänger eines Fußballvereins aus Gelsenkirchen ist, wird hier selbstverständlich verschwiegen.
Samstag, 31. Oktober 2010: Fritz Tietz
Fritz Tietz lebt leibhaftig in der Nähe von Hamburg und fußballerisch immer noch in Bielefeld. Dort gründete er das Frapp-Theater und das Dreck-Magazin. Später arbeitete Tietz als Redakteur und Autor für die Satire-Magazine Kowalski, Titanic und zahlreiche andere Zeitungen. In der TAZ kolumniert er auf der Seite Leibesübungen mit >Herr Tietz macht einen Einwurf<. Die TV-Sendungen Extra-Drei (N3), Privatfernsehen, Monitor und Polylux (ARD) verfeinerte er mit Filmbeiträgen. In der Berliner Edition Tiamat veröffentlichte er einige Bücher, zuletzt >Und vorne brennt die Luft - Aus der Welt der körperlichen Ertüchtigung<. Derzeit schreibt Fritz Tietz, wie er dem Gastgeber verriet, „an etwas Längerem“. Das klang geheimnis- und verheißungsvoll. Er versprach, davon „eine Kleinigkeit“ mitzubringen. Das Publikum darf sich also auf eine Welturaufführung einrichten.
Sonntag, 5. Dezember 2010: KSK – Krisen Spezial Kapelle mit Harald Köster, Ulrich Schlitzer, Peter Krettek
Zum traditionell vierten Mal werden der Dortmunder Pianist Harald Köster, der Sänger und Darsteller komischer Hauptrollen Ulrich Schlitzer, sowie das vorweihnachtliche Orchester Peter Krettek bei der feierlichen Jahresendzeitausgabe der „Mitteilungen“ eine zweitadventliche Atmosphäre verursachen, die den Vergleich mit einem weihnachtsmarkttauglichen, ins Fichtennadelschaumbad gegossenen Glühwein minderer Qualität nicht zu scheuen braucht. Fritz Eckenga wird wie immer versuchen, den ordnungsgemäßen Ablauf der Veranstaltung mit seinen Überbrückungstexten nicht zu stören. Wie immer wird ihm dies nicht gelingen, so dass die kalendarisch bedingte Bedürfnislage des Publikums weitestgehend unberücksichtigt bleiben muss. Wer es gemütlich haben möchte, möge eine Duftkerze oder einen Duftbaum (bevorzugte Note >Waldsterben<) mitbringen.
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| Alle Veranstaltungen werden von WDR 5 aufgezeichnet und am jeweiligen Abend um 20 Uhr in einer einstündigen Version "Streng öffentlich!" gesendet. |
| Informationen zum Veranstaltungsort Harenberg-City- Center in Dortmund: http://www.hcc-dortmund.de/ |
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